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 Graspop - so wars 
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Beitrag Graspop - so wars
So, wieder daheim, ausgeschlafen, Klamotten sortiert etc.


Freitag:

Nach einer sehr relaxten Anreise waren wir am späten vormittag im Hotel, etwa 15 Kilometer vom Festivalort entfernt, gelandet. Flugs die Zimmer bezogen und für ausreichend befunden, ein paar Fahrbier von der Rezeption geholt, und dann gings los per hauseigenem Festival-Shuttle zum Gelände. Bis wir uns orientiert, die Bändchen abgeholt, Wertmarken gekauft usw. hatten war es mittlerweile Zeit für die erste Band des Tages geworden, und das waren Grave Digger auf der Mainstage:

Lief als Einstieg in das Festival super und ließ den Stimmungspegel in die Höhe schnellen, trotz des insgesamt recht schäbigen Wetters an diesem Tag.

Gut war es daher, dass die nächste Band im Zelt stattfand: Unleashed luden zum frühnachmittäglichem Schwedendeath-Bier. Solider Gig, auch wenn sich die Band zumindest bei mir in der letzten Zeit ein wenig abgenutzt hat.

Während dann Helloween die Hauptbühne bespielten haben wir das Angebot der belgischen Bier-Bar getestet (leckere Sachen, machen schnell schwindelig im Kopp^^) und nebenbei festgestellt, dass die Bühne auch von sehr weit hinten noch gut einsehbar und - zumindest an diesem Tag - auch mit vernünftigem Sound aufwarten konnte. Der Gig selber war eher unspektakulär.

Bei Papa Roach haben wir das sehr großzügig angelegte Gelände erkundet, kurz über die Mondpreise am offiziellen Merchstand gelacht, mieses Essen hinuntergewürgt, nen Abstecher zur Händlermeile unternommen und noch mehr Bier getrunken. Ärgerlich: Zeitgleich haben auch Entombed gespielt und wir haben es verpeilt.

Den nun dringend nötigen „Stimmungsaufheller“ gabs dann in Gestalt von Dark Funeral, deren soliden Hochgeschwindigkeits-BM auf Platte jetzt nicht so spannend finde, Live aber ziemlich geil kommt und auf dem Graspop auch noch mit ner amtlichen Show zelebriert wurde. Daumen hoch.

Danach haben wir mal wieder zur Mainstage rübergelünkert, was sich insofern gelohnt hat, dass dort statt der unsäglichen Soulfly Coal Chamber aufgespielt haben.

Mayhem wollte ich mir danach eigentlich komplett geben, leider hats mich überhaupt nicht gekickt. Kann auch an der mittlerweile schwer einsetzenden Müdigkeit gelegen haben, so dass wir nach der Hälte raus sind und die kurze Trockenphase dazu genutzt haben, Heaven Shall Burn auf der Leindwand von Marquee 2 zu bewundern.

Mit Katatonia gabs dann ein sehr angenehmes und ruhiges Kontrastprogramm, sofern man bereit war, sich auf die teils sehr proglastigen Gothic Metal-Hymnen der Band einzulassen.

Kreator haben den Tag amtlich beendet mit dem üblichen Potpourri an geilen Thrash Metal-Granaten. Milles Ansagen sind auf englisch vom Inhalt her genauso debil, wie auf deutsch, nur wirkts weniger peinlich^^.

Twisted Sister hat uns null interessiert und deswegen gings durch den strömenden Regen ab zum Shuttle.

Samstag:

Von der Papierform her wars heute der ruhigste Tag, denn mit Tankard stand nach einem ausgiebigen Bierfrühstück erst am frühen Nachmittag die erste von vier Bands an: Super Auftakt in den Tag, Partystimmung und leichte Lockerungsübungen im Pit, während die Leffe Royals und Blonds wie von selber liefen.

Danach war chillen auf der Wiese (in der ersten Sonne des Wochenendes) und danach ein Besuch im Graspop-Restaurant angesagt, in der Hoffnung hier genießbare Speisen zu sich zu nehmen (klappte leidlich).

Von Down bin ich nur Großes gewohnt, und das gab es auch diesem Abend wieder punktgenau geliefert: Phil Anselmo ist nun mal die coolste Sau auf dem Planeten und ist definitv der einzige Mann neben Angry Anderson, der sich beim Singen das Mikro vor den Kopf kloppen darf, ohne peinlich zu wirken. Setlist und Performance ließen keine Wünsche offen, der Schwerpunkt lag wie üblich auf dem Über-Album „Nola“ und zum Schluß gabs noch ne richtig geile Jam-Session mit den Bandkollegen von Mayhem, Agnostic Front etc., anlässlich Phils Geburtstag. Mal wieder historisch.

Saxon haben wir danach ganz locker und gemütlich von etwas weiter hinten angesehen: Sehr lässiger Gig einer erfahrenen Band, das neuere Material wirkte auch nicht weiter störend, richtig Stimmung kam aber natürlich nur bei den alten Gassenhauern auf.

Gassenhauer haben auch Iced Earth reichlich, allerdings ruht sich die Band darauf nicht aus, sondern präsentiert auch selbstbewusst das neue Material. Stu Block wird jedes Mal, wenn ich ihn sehe souveräner und gibt auch den alten Songs seine eigene Note. Wenn der Schaffer nicht wieder nen Mops im Kopp kriegt, hat die Band in dieser Konstellation echt noch Potenzial für mehr.

Danach noch ne Stunde auf Slipknot zu warten, war uns zu lange, und da die Band eh niemanden wirklich interessierte, sind wir zurück ins Hotel gefahren.

Sonntag:

Am Sonntag waren viel früher als geplant auf dem Gelände, so dass wir das Vergnügen hatten, Voodoo Six zu erleben. Einhellige Meinung nach drei Songs: Können wir uns bei Maiden nächstes Wochenende sparen.

Das obligatorische Kriek, bzw. Leffe Royal-Gelage wurde gekonnt untermalt vom Hardrock der Pretty Maids, die ich auf diese Weise jetzt auch meiner „irgendwie gesehen“-Liste hinzufügen kann. War aber nett.

Meine persönliche musikalische Entdeckung des Festivals sind Winterfylleth: Vier absolut durchschnittlich aussehende Typen kamen auf die Bühne und zockten herrlich epische Pagan Black Metal-Hymnen im besten Bathory-Geist. Eindeutig Englands Antwort auf Primordial, deren ältere Werke ich hier mal als Referenz nennen will. Sehr geil, unbedingt im Auge behalten.

Bei Hellyeah haben wir etwa eine halbe Stunde zugeschaut, irgendwie wollte der Funke aber nicht so recht überspringen. Schade, ich hatte mir da mehr von erhofft, denn von der Papierform und den mir bekannten Hörbeispielen her, mag ich die Band eigentlich.

Nächste Band waren dann God Seed: Musikalisch in Ordnung, insgesamt fand ich den Auftritt aber ziemlich pomadig und bar jeglicher Atmosphäre, die früher Gorgoroth-Gigs ausgezeichnet hat. Eigentlich sind Imagefragen lächerlich, aber alles, was man so von Gaahl in den letzten Jahren erfahren hat, wollte man dann vielleicht doch nicht wissen...

Nachdem wir fast das ganze Festival nur in den Zelten verbracht haben gings zum Endspurt nun vor die Hauptbühne: Hier spielten und enttäuschten Stone Sour, die mich jedenfalls sehr kalt gelassen haben und für meinen Geschmack auch viel zu leise waren.

Richtig enttäuschend fand ich dann allerdings In Flames, was ich allerdings weniger der Band anlasten kann, als der Tatsache, dass mich deren Musik mittlerweile einfach nicht mehr reizt. Leider haben sie auch eine recht eigenwillige Setlist zusammengestellt, die nur sehr wenig Material aus der Zeit von vor „Clayman“ enthielt.

Letztendlich ist das aber alles wurscht, denn mit Iron Maiden sollte nun der Headliner aller Headliner schlechthin auf die Bühne kommen: Setlist, Performance (speziell natürlich von Bruce) und Bühnenshow waren erwartungsgemäß top, die Stimmung um uns herum leider sehr verhalten, da zu viele offensichtlich nur gucken und nicht abgehen wollten. Für diese Leute wäre vielleicht ein Hallenkonzert die bessere Alternative gewesen – auch vom Sound her, denn der war definitiv viel zu leise. Wenn ich mich rund 50 Meter vom Boxenturm entfernt auf Zimmerlautstärke unterhalten kann, dann stimmt was nicht. So gesehen war es leider nicht das magische Erlebnis, dass ich mir erhofft hatte.

Den Rausschmiss besorgte King Diamond, den ich mir aber nur zur Hälfte angesehen habe. Show und Setlist waren 1:1 identisch mit dem Konzert auf dem Rock Hard Festival, Stimmung und Intensität desselben wurden allerdings nicht ansatzweise erreicht, was ich aber auch nicht erwartet hatte. Dennoch hat es viel Spaß gemacht und war ein schöner Schlusspunkt eines sehr gelungenen Wochenendes

Ansonsten sei noch gesagt, dass das Graspop ein vorne bis hinten hervorragend organisiertes Großevent ist, dass mir manchmal sogar zu durchgestylt wirkte. Das Publikum war bunt gemischt, alleine schon aufgrund der unterschiedlichen Stilrichtungen, teilweise sehr jung und, von wenigen Ausnahmen abgesehen, auch sehr angenehm und freundlich, insbesondere die Belgier. Festivaltourismus ist aber offenbar auch in Belgien üblich, wenngleich die Metaller hier noch eindeutig in der Mehrzahl waren.

Die Preise für Bier und Verpflegung waren landesüblich hoch, speziell beim Essen klaffte zwischen Qualität und Preis eine meilenweite Lücke. Eine interessante Alternative war dieses Jahr das Graspop-Restaurant, wo man sich für einen Festpreis (umgerechnet 30 Euro) während zwei festgelegten Zeiten, so oft man wollte, an einem leidlich annehmbaren Grillbüffet bedienen konnte. Gezeltet haben wir diesmal nicht (die Umstände müssen teils chaotisch gewesen sein, insbesondere von massiven Diebstählen wurde berichtet), sondern ein nettes Hotel in einer Nachbargemeinde genommen, dessen größter Vorzug sicherlich der hauseigene Shuttledienst zum Festival war.

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08.07.2013, 12:22
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Beitrag Re: Graspop - so wars
Schöner Bericht! :super:

Was hast du den gehört vom Campingplatz, ich habe eigentlich dieses Jahr nichts zu klagen gehabt, ehr im Gegenteil. Für mich wirkte die Campingsituation viel entspannter als die letzten Jahre da gefühlt deutlich weniger Menschen anwesend waren. Zu der Zeit zu der ich mich bequemt habe auch mal mein Zelt auf zu stellen wäre ich zumindest die letzten Beiden Jahre hinter der "Insel" gewesen, diesmal noch zwischen den ersten beiden Waschcamps mir vergleichsweise viel Platz um uns herum. Also ein ganzes Zelt hätte da noch hingepasst, war ein schöner Grillplatz. :super:

Von Diebstahl sind wir Gott sei Dank verschonen geblieben, aber da kann ich mich vorstellen, dass es auf so einem großes Festival wo niemand so richtig einen Überblick hat wer zu welchen Campingground gehört die Klauerei von diebischen Banden immer beliebter wird. Gerade zum Beispiel bei Iron Maiden, da hat man doch echt freie Bahn. Diese Gauner!


08.07.2013, 18:45
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Beitrag Re: Graspop - so wars
Bezüglich der Diebstähle wären Kontrollen der Tickets/Bändchen am Eingang zum Campingplatz wünschenswert. Ich bin mehrfach da durch gegangen und absolut Niemand wollte irgendwas von mir sehen.

So ein Ticketkauf schreckt wahrscheinlich erstmal ab, aber wenn dieses Klientel erstmal spitzkriegt, das man einfach so drauflatschen kann, nachdem der erste Ansturm vorbei ist...


08.07.2013, 21:23
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Beitrag Re: Graspop - so wars
Naja, uns haben mehrere Leute unabhängig voneinander erzählt, dass es auf dem Campingplatz wohl vor allem in der ersten Nacht hoch her gegangen sein muss, mit Lärm, "Spaß-Randale" etc. Wobei sowas ist natürlich auch immer Wahrnehmungssache. :D

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09.07.2013, 11:26
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